Ratgeber
Wurzeleinwuchs im Abwasserrohr
Bäume und Alleen prägen viele Hamburger Straßenzüge und Gärten – ihre Wurzeln können älteren Abwasserleitungen aber erheblich zusetzen. So erkennen Sie das Problem und können vorbeugen.
Wie gelangen Wurzeln überhaupt ins Rohr?
Abwasserrohre führen konstant Feuchtigkeit und Nährstoffe – für Baumwurzeln ein attraktives Ziel. Über feine Risse, undichte Muffenverbindungen oder altersbedingte Fugen im Rohrmaterial finden selbst dünne Wurzelhaare ihren Weg ins Rohrinnere. Einmal drin, wachsen sie im feuchten, nährstoffreichen Milieu oft erstaunlich schnell weiter und bilden dichte Wurzelgeflechte, die den Rohrquerschnitt zunehmend einengen – besonders häufig bei den älteren Steinzeugrohren in Hamburgs gewachsenen Wohnvierteln.
Typische Symptome von Wurzeleinwuchs
Wiederkehrende Verstopfungen trotz vorheriger Reinigung, ein spürbar verlangsamter Wasserablauf oder gluckernde Geräusche in der Leitung sind typische Warnzeichen. In fortgeschrittenen Fällen kann es auch zu Rückstau oder – bei stark beschädigten Rohren – zu Absackungen im Garten über dem Leitungsverlauf kommen.
Lösung: Wurzelbeschneidung per Hochdruckspülung, mechanische Entfernung und Sanierung
Feinere Wurzeln lassen sich häufig bereits mit einer Hochdruckspülung zurückschneiden und aus dem Rohr spülen. Bei stärkerem oder wiederkehrendem Einwuchs kommen zusätzlich mechanische Fräsköpfe zum Einsatz, die dickere Wurzelstränge gezielt durchtrennen. Da die eigentliche Schadstelle im Rohr – etwa eine undichte Muffe – dadurch aber nicht repariert wird, wächst dort meist erneut eine Wurzel nach; in solchen Fällen ist häufig eine punktuelle oder grabenlose Sanierung der betroffenen Stelle die dauerhaftere Lösung.
Vorbeugen durch die richtige Bepflanzung
Wer neu pflanzt, sollte auf ausreichend Abstand zwischen tiefwurzelnden Bäumen und dem Verlauf der Abwasserleitung achten bzw. wurzelverträgliche Gehölze wählen. Bei bestehenden Anpflanzungen in Leitungsnähe kann eine Wurzelschutzfolie oder -sperre nachträglich verbaut werden, um weiteren Einwuchs zu begrenzen. Eine regelmäßige Kamerainspektion hilft außerdem, beginnenden Wurzeleinwuchs frühzeitig zu erkennen, bevor größere Schäden entstehen.
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